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Der nackte Wahnsinn

"Aufgänge, Abgänge, Sardinen rein, Sardinen raus!

Das ist Schwank! Das ist Theater! Das ist Leben!"



Ja, darum geht es: Vor und hinter der Bühne tobt das Leben. Vom Stück selbst, das die kleine Schauspieltruppe unter der Leitung von Lloyd Dallas aufführt, bleibt am Ende weniger als das Gerippe stehen. Sehr bald wird klar: Jeder hat Psychosen, Liebschaften, Nervenzusammenbrüche. Im Blumenladen um die Ecke gibt es nur noch Kakteen und die Regieassistentin ist schwanger. Und während Schnürsenkel zusammengebunden werden, die Whisky-Flasche kreist und irgendwann zwei Einbrecher zuviel auf der Bühne stehen, liegt das Publikum vor Lachen auf dem Boden. Drei Akte übervoll mit tollstem Slapstick haben das erste Stück des Oberstufentheaters der IGS für Akteure wie Zuschauer unvergesslich werden lassen. Völkes Treppensturz ("Oh Gott"), Annikas Hilflosigkeit ("... und jetzt hat sie sich in der Garderobe eingeschlossen!"), Julchens Kontaktlinsen ("Ich hatte sie im Auge!"), Tabeas Sardinen ("Und ich nehme die Sardinen mit..."), Martens Fragen ("Das versteh ich jetzt nicht: Wieso nimmt sie die Sardinen mit?"), Josephines Klatsch ("Sind sie nicht niedlich?"), Patricks ("Aber...Lloyd!"), Stefans Hörproblem ("Hab ich meine Stimme gehört?"), Lennarts Genervtheit ("Wir haben doch Zeit, wir können ja noch alles umschmeißen!").

Es war voll der Wahnsinn.


(von Lennart Wallrodt)